„Qualität heißt, Dinge ab sofort gut zu machen!“

 

Seit dem Jahr 2000 arbeitet Francesco Modanese für APPARATEBAU, zunächst als Techniker, dann ab 2010 als Verantwortlicher für die Qualität. Derzeit sind 6 Personen in der Abteilung beschäftigt.

Eine Frage, die sich geradezu aufdrängt: Welche Bedeutung hat für Sie Qualität?

Darauf möchte ich mit einer der einfachsten Definitionen antworten: Qualität bedeutet, Dinge gut zu erledigen. Und zwar ab sofort. Das setzt voraus, dass Qualität weit vor der Produktion eines Produktes Beachtung finden muss. Qualität ist deshalb integrierender Bestandteil des Prozesses. Zuerst kommt die Planung, dann wird ein Produkt gefertigt. Letztlich bedeutet Qualität weniger eine einmalige Zielerreichung. Gut geplant haben heißt, dass die Zielerreichung konstant in der Zeit gehalten werden kann.

Und schafft ihr das?

Ja. Unsere Kunden kehren zu uns zurück, weil wir sie zufriedenstellen können. Das weil wir ihnen zuhören können und sie - eben mit Qualität - überzeugen können. Von wichtigen Kunden haben wir für diverse Produkte Diplome und Auszeichnungen erhalten (z. B. "bester Lieferant"). Unsere Prozesse sind nach ISO 9001 und OHSAS 18001 zertifiziert, Standards, die auf kontinuierliche Verbesserung und ressourcenschonenden Einsatz ausgerichtet sind. Wir sind auf langfristige Qualität ausgerichtet, mit ständiger Interaktion zwischen Forschung, Projektierung, Test, Produktion und Verkauf, wie es der berühmte Kreis von W. Edwards Deming suggeriert. Deming war ein historischer Berater für die Pioniere im amerikanischen Qualitätswesen, der außerdem stark zum Ruhm Japans in puncto Innovation und Qualität beigetragen hatte. Ich lasse mich von diesem großen Weisen gerne inspirieren.

Hat sich Ihr persönlicher Zugang zur Qualität durch Ihren Beruf ebenso verändert? Achten Sie generell mehr auf Qualität seitdem Sie Verantwortlicher der Qualität sind?

Oh ja. Im Vergleich zu früher achte ich beim Ankauf von Produkten weit mehr auf Details. Oft sind es diese, die den Unterschied zwischen Produkten ausmachen. Hinter einem kleinen Detail versteckt sich sehr oft eine ganze Verwaltungsphilosophie. Jedenfalls sollten wir immer daran denken, dass man nie ausgelernt hat und dass wir uns nicht einbilden sollen, die Klassenbesten zu sein, vielmehr sollen wir offen für neue Erfahrungen und für Veränderung sein. Ich habe drei Kinder verschiedenen Alters und wenn ich nach Hause komme und mit ihnen spreche, sagen sie mir manchmal: "Schon in Ordnung, dass du der Leiter der Qualitätsabteilung bist, aber jetzt bleib auf dem Boden..."

Sie beschäftigen sich ja nicht nur mit der Qualität von Produkten, sondern Sie haben auch Personal, für welches Sie verantwortlich sind. Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?

Ich versuche den Teamgeist zu fördern. Es ist von großer Bedeutung, dass sich die Mitarbeiter über den Bereich ihrer Spezialisierung hinaus motiviert fühlen, abteilungsübergreifend Interesse zu entwickeln und ihrerseits die Zusammenarbeit zu fördern. Wenn du viel von ihnen verlangst, brauchen sie ihrerseits Unterstützung und Vertrauen.

In meiner Jugend war ich unter anderem Leiter verschiedener Scout-Gruppen von Jugendlichen. Das war eine große persönliche Bereicherung, welche mich gelehrt hat, an einem Strang zu ziehen, für etwas, an was man gemeinsam glaubt. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne einen Ausspruch des Gründers der Scout-Gruppen Baden-Powell zitieren: "Sorgt dafür, die Welt etwas besser zu hinterlassen als ihr sie vorgefunden habt!" Das ist ein schönes Ziel für uns alle!